1763 – Die Gründung durch Friedrich den Großen
Die Geschichte der KPM Berlin beginnt offiziell im Jahr 1763, als Friedrich der Große die Manufaktur übernimmt, ihr den Namen gibt und das königliche Zepter als Zeichen verleiht. Sein Ziel war klar: repräsentatives Porzellan von höchster Qualität für Preußen. Der König wurde zugleich einer der wichtigsten Auftraggeber und ließ aufwendig gestaltete Service für seine Schlösser fertigen.
KURLAND und klassizistische Meisterschaft
Ein Meilenstein folgte 1790 mit dem Auftrag des Herzogs von Kurland. Daraus entstand die bis heute legendäre Kollektion KURLAND, deren klassizistische Form mit Reliefdekor zu den bedeutendsten Entwürfen ihrer Art zählt. Die Kollektion ist bis heute ein Bestseller und ein Sinnbild für die Verbindung aus Historie und zeitloser Eleganz.
Fortschritt, Umzug und Innovation im 19. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die KPM Berlin kontinuierlich weiter. 1855 eröffnete die Manufaktur ihr erstes Ladengeschäft. 1873 zog sie an den Tiergarten, wo der neue Standort an der Spree bessere Transportmöglichkeiten bot. Mit der angeschlossenen chemisch-technischen Versuchsanstalt wurde die Manufaktur zunehmend innovativ und erweiterte ihr Form- und Farbspektrum entscheidend.
Moderne Designgeschichte – Jugendstil, Neue Sachlichkeit und URBINO
Im frühen 20. Jahrhundert wandte sich KPM Berlin neuen gestalterischen Strömungen zu. Organische Formen des Jugendstils prägten das Service CERES. Später beeinflussten Neue Sachlichkeit und Werkbund-Ideen das Designverständnis der Manufaktur. Ein Höhepunkt dieser Epoche ist das 1929 entstandene Tafelservice URBINO von Trude Petri, das 1937 in Paris ausgezeichnet wurde und heute sogar im Museum of Modern Art in New York vertreten ist.
Gegenwart und Zukunft – KPM Berlin zwischen Tradition und Zeitgeist
Seit den 1990er-Jahren und besonders mit der Neuausrichtung ab 2006 verbindet KPM Berlin historische Kompetenz mit zeitgenössischem Design. Serien wie LAB, entworfen von Thomas Wenzel, zeigen eine moderne, multifunktionale Formsprache mit besonderer Haptik. Kooperationen mit Künstlern im Rahmen von KPM+ und die Erfolgsgeschichte des KPM To-go Bechers unterstreichen, wie lebendig die Marke geblieben ist. Das 260-jährige Jubiläum und Re-Editionen bedeutender Entwürfe beweisen: KPM Berlin ist nicht nur Geschichte, sondern eine Manufaktur mit Zukunft.